Gurs 1940

9. Apr 2022 – 29. 2022 Mai
  • Erinnerungsarbeit
  • Kulturveranstaltung
Herzogstraße 9
Zweibrücken 66482

Zu Gast im Stadtmuseum Zweibrücken

„GURS 1940  - Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“

 

Eine Ausstellung der Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Saarland, erarbeitet und kuratiert von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz Berlin, in Kooperation mit dem Bezirksverband Pfalz, unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier.

Am frühen Morgen des 22. Oktober 1940, dem jüdischen Laubhüttenfest, wurden rund 6.500 Menschen fast ausschließlich jüdischer Abstammung aus der Pfalz, Baden und dem Saarland in das Internierungslager Gurs in Südwestfrankreich deportiert. Aus dem heutigen Rheinland-Pfalz waren es mehr als 800 Menschen, darunter 16 zu diesem Zeit­punkt noch in Zweibrücken lebende Jüdinnen und Juden. Gauleiter Josef Bürckel meldete stolz seinen Gau als „judenfrei“. Auch für Zweibrücken war es der Endpunkt seiner jüdischen Geschichte.

Bereits während des Transports starben einige der Deportierten, viele danach im Lager, in dem katastrophale Zustände herrschten: Hunger und Kälte, Ratten und Ungeziefer, unerträg­liche hygienische Zustände und die schier ungeheuren Schlammmassen machten den Insassen das Leben schwer.

Fast die Hälfte der Deportierten wurde später in die Vernich­tungs­lager der Nazis im Osten gebracht und ermordet. Durch den Einsatz internationaler Organisationen und des französischen Widerstandes überlebten einige den Terror. Nur ganz wenige kehrten in die Pfalz zurück.

Die Deportation der Juden wurde von der nichtjüdischen Bevölkerung wahrgenommen. Das jüdische Vermögen wurde unmittelbar nach der Deportation den Oberbürgermeistern bzw. Landräten zur treuhänderischen Verwaltung übergeben. Das bewegliche Vermögen dann öffentlich versteigert. Etwas später durfte auch der jüdische Grundbesitz verkauft werden.

Mit dem Erinnern an „Gurs 1940“ geht eine Aufgabe einher: für unsere demokratische Grundordnung einzutreten, um in Zukunft in Freiheit zu leben, in gegenseitiger Achtung und Wertschätzung unserer Verschiedenheit.

Die Wanderausstellung wurde von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz Berlin erarbeitet und kuratiert.  Die regionalen Bildtafeln wurden vom  Bezirksverband Pfalz erarbeitet und hergestellt.

Für Schulklassen bietet die Ausstellung im Stadtmuseum Zweibrücken das erfolgreiche pädagogische Konzept „Jugendliche führen Jugendliche“ an. In einem zweitägigen Vorbereitungsseminar unter der Leitung von Roland Paul, dem Leiter der Arbeitsstelle für jüdische Geschichte in der Pfalz, werden 24 Schüler*innen aus Zweibrücker Schulen zu sog. „Peer-Guides“ ausgebildet. Sie erhalten dadurch die Befähigung, ihre Mitschüler*innen durch die Ausstellung zu führen.

Ausstellung bis zum 29. Mai im Stadtmuseum Zweibrücken, Herzogstraße 9.

Öffnungszeit an Sonn- und Feiertagen: 14 bis 18 Uhr. Besuch sowie reguläre Führungen durch die Ausstellung sind nach Voranmeldung möglich unter Telefon: 06332-871-380; Email: stadtmuseum(at)zweibruecken.de

Es gelten die Hygienebestimmungen der aktuellen Coronabekämpfungsverordnung.

LpB Saarland für LAG Erinnerungsarbeit im Saarland