Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Saarbrücken Uwe Conradt hat am Donnerstag, den 2. April 2026 auf dem ehemaligen Messegelände eine Gedenkstele eingeweiht. Sie erinnert an die Menschen, die zwischen 1940 und 1944 in den fünf Zwangsarbeiterlagern am Schanzenberg untergebracht waren.
Auf dem Areal am Schanzenberg befanden sich fünf von insgesamt 50 Zwangsarbeiterlagern im damaligen Saarbrücker Stadtgebiet. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges waren dort zwischen 1.100 und 1.500 Menschen untergebracht, darunter Personen aller Altersgruppen und jeden Geschlechts. Mehr als die Hälfte von ihnen stammte aus der Sowjetunion.
Die Lager wurden bewusst am Schanzenberg errichtet, um Kontakte zur Bevölkerung zu minimieren und gleichzeitig kurze Wege zu den Arbeitsorten zu gewährleisten. Die Unterbringung erfolgte in einfachen Holzbaracken. Sanitäre Anlagen und Verpflegung waren unzureichend. Zugang zum Luftschutzbunker am Schanzenberg hatten die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nicht.
Die Stele wurde in unmittelbarer Nähe zum Eingang eines geplanten, jedoch nicht fertiggestellten Luftschutzbunkers errichtet. Sie soll an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft erinnern und zugleich die Verbrechen dieser Zeit dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein halten.
Bereits in der Vergangenheit informierte ein Hinweisschild von Landeshauptstadt und Saarmesse am Bunkereingang über die Geschichte des Ortes. Im Zuge von Hangsicherungsmaßnahmen musste dieses jedoch entfernt werden.
Die 90 Zentimeter breite Stele besteht aus einer zwei Meter hohen Sicherheitsglasscheibe in einer Halterung aus Edelstahl. Auf einer Textfolie gibt es Informationen zu den ehemaligen Zwangsarbeiterlagern sowie zu Einsatz und Unterbringung der Arbeiterinnen und Arbeiter.
Der die Einweihung der Stele begleitende Vortrag von Prof. i.R. H. Peter Dörrenbächer, Geographie ohne Grenzen e.V., findet sich im Anhang.

