Verfolgt - Vertrieben – Vernichtet: Sinti und Roma
Der Landesverband der Naturfreunde Saarland eröffnet am 09. April 2026 um 18 Uhr im Naturfreundehaus Kirkel (Limbacher Weg 8, Kirkel-Neuhäusel, Ludwig-Diehl-Saal) seine Veranstaltungsreihe „Verfolgt – vertrieben – vernichtet“ mit der Geschichte der „Sinti und Roma“ insbesondere im NS-Staat. Die Vorsitzende des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma Saarland e.V., Diana Bastian, ist zu Gast und wird unter der Moderation des früheren Beauftragten für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen in Rheinland-Pfalz und Vorsitzenden des Fördervereins Gedenkstätte KZ Hinzert, Dieter Burgard, über das Schicksal der Sinti und Roma informieren und Fragen der Teilnehmer:innen der Gesprächsrunde beantworten.
Bereits vor 600 bzw. 150 Jahren sind Sinti und Roma nach Deutschland eingewandert, haben die Staatsbürgerschaft erworben, sind verschiedenen Berufen nachgegangen, wurden sesshaft (zumindest dort, wo sie nicht vertrieben wurden) und haben als soziale Minderheit ihre Tradition gepflegt. Dennoch ist wenig bekannt über ihre ethnische Herkunft, ihre Sprache, ihre sozialen Familienstrukturen, Gebräuche und Sitten. Sie wurden von der Mehrheitsgesellschaft ausgegrenzt und in Folge der Rassenideologie des NS-Staates als „Asoziale“ diffamiert, verfolgt, im Konzentrationslager (mit einem braunen Winkel markiert) verschleppt und massenhaft vernichtet. Viel zu lange hat es gedauert, bis das erlittene Unrecht von der Mehrheitsgesellschaft öffentlich anerkannt wurde. Erst 2012 wurde im Gedenken an diese Gruppe von Verfolgten in Berlin ein zentrales Denkmal errichtet. In z.T. langwierigen Einzelprozessen musste die Anerkennung für erlittenes Leid im NS-Staat erstritten werden.
Die öffentliche Debatte über das Z-Wort und die political correctness im Umgang mit dieser ethnischen Minderheit flammt immer wieder auf, Sinti und Roma erfahren auch heute Diskriminierung und Diffamierung – all diesen Fragen soll im Rahmen der Veranstaltung nachgegangen werden.
Der Eintritt ist frei.
Diese Veranstaltung wird durch das Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die „Partnerschaft für Demokratie“ des Saarpfalz-Kreises gefördert.

