Vom 12. bis 13. März 2026 fand in Hamburg die 13. Bundesweite Gedenkstättenkonferenz statt. Mehr als 80 Organisationen aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen an dem zentralen Fachtreffen der Gedenkstättenarbeit und historisch-politischen Bildung teil. Die Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit war durch ihren stellvertretenden Sprecher Jörn Didas vor Ort vertreten.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Konferenz stand das Thema „Gewaltgeschichten erinnern. Schnittstellen und Herausforderungen“. Diskutiert wurde insbesondere, ob und wenn ja wie neben den nationalsozialistischen Gewaltverbrechen weitere Gewalt- und Unrechtserfahrungen in der Bildungs- und Erinnerungsarbeit berücksichtigt und sinnvoll zueinander in Beziehung gesetzt werden können.
Viele Gedenkstätten und Erinnerungsorte setzen sich zunehmend mit Themen auseinander, die über den historischen Rahmen des Nationalsozialismus hinausgehen oder mit ihm verwoben sind. Gleichzeitig sehen sich die Einrichtungen mit wachsenden gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Zunehmende Anfeindungen, politische Instrumentalisierungen von Geschichte sowie erstarkende demokratiefeindliche Tendenzen prägen den Arbeitsalltag vieler Akteur:innen.
In Workshops und Diskussionsforen wurden daher unterschiedliche Ansätze vorgestellt und reflektiert, wie Gedenkstätten und Erinnerungsorte auf diese Entwicklungen reagieren können. Im Fokus standen Fragen der Vermittlungsarbeit, der Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen, der Einordnung multipler Gewaltgeschichten sowie der Umgang mit Konflikten und Kontroversen im öffentlichen Raum. Deutlich wurde, dass Gedenkstätten nicht nur Orte der historischen Aufarbeitung sind, sondern auch wichtige Akteure im Einsatz für Demokratie, Menschenrechte und eine offene Gesellschaft. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Stärkung von Kooperationen und Netzwerken. Die Konferenz bot vielfältige Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung zwischen Trägern, Initiativen und Bildungseinrichtungen aus unterschiedlichen Bundesländern.
Im Vorfeld der Konferenz fand zudem die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Gedenkstätten statt, dessen Mitglied die LAG Erinnerungsarbeit ist. Ein zentraler Punkt war hier der Austausch mit Vertreter:innen des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) zum geplanten neuen Gedenkstättenkonzept des Bundes. Dabei wurden aktuelle Entwicklungen, Perspektiven der Förderung sowie die zukünftige strategische Ausrichtung der Gedenkstättenarbeit in Deutschland diskutiert.
Jörn Didas, Sprecher:innenrat der LAG Erinnerungsarbeit im Saarland

