LAGE zu Gast

1. Okt
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  • Kulturveranstaltung
  • Erwachsenenbildung

Besuch im Saarländischen Psychiatriemuseum

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Interessierte an der Erinnerungsarbeit im Saarland!

Das Jahresthema der LAG Erinnerungsarbeit (LAGE) im Saarland ist 2021 der Umgang mit psychisch Kranken und die Euthanasie in der NS-Zeit im Saarland.

 

Am Freitag, den 1.Oktober 2021 besucht die LAGE im Saarland das Psychiatriemuseum in Merzig.Wir treffen uns nach eigener Anreise um 14.50 Uhr vor dem Museum in Merzig bei der Saarland Heilstätten GmbH, Klinikum Merzig in der Trierer Straße 148, 66663 Merzig.

 

Wer eine Mitfahrgelegenheit ab Saarbrücken, Ludwigsplatz benötigt, möge dies bitte bei der Anmeldung mitteilen. Kosten entstehen keine.

Das Programm sieht einen geführten Rundgang durch das Museum, danach ein Gespräch mit den Verantwortlichen des Museums, Dr. Martin Kaiser und Dipl. Psych. Ralf Schmitt vor.

Unter anderem beschäftigt sich das Museum auch mit dem Schicksal von Patienten aus Merzig in der Zeit des Nationalsozialismus, darunter Zwangssterilisierungen und Ermordungen im Rahmen der Aktion T4.

 

Bitte melden Sie sichbis zum 25. August 2021 über den Sprecher der LAG Erinnerungsarbeit, Herrn Frank-M. Hofmann, c/o Evangelisches Büro, Am Ludwigsplatz 11, 66117 Saarbrücken, verbindlich per Mail an: beauftr.saarland@ekir.de.

 Da wegen der begrenzten Räumlichkeiten in Merzig lediglich 15 Personen teilnehmen können, bitten wir nur um verbindliche Zusagen.

 

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen,

Ihr Frank- M. Hofmann

 

Zur Information:

 

Das Psychiatriemuseum ist ein Museum der anderen Art

 

Wer Zwangsjacken, Zwangsstühle und Elektroschockgeräte erwartet, ist in diesem Haus falsch. Im Klinikum Merzig begegnet dem Besucher eine sehr feinsinnige, künstlerische Inszenierung des Themas Psychiatrie. Keine ermüdende Dokumentation der Vergangenheit sollte dieses Museum werden – nein, ein Ort der Besinnung, des respektvollen Erinnerns an ein einstmals großes Haus und das Schicksal seiner Patienten: das 1876 als Provinzialirrenanstalt errichtete spätere Landeskrankenhaus Merzig.

Es war im Saarland über Jahrzehnte hinweg die zentrale Behandlungsstätte psychisch kranker Menschen. Nach der saarländischen Psychiatriereform im Jahr 1998 wurde es geschlossen, Patienten betreute man fortan landesweit in den Fachabteilungen der Krankenhäuser. Im Klinikum Merzig wurden dafür weitere medizinische Abteilungen eingerichtet. Die Bettenzahl in der Psychiatrie schrumpfte im Laufe der Jahre von 1500 auf 60, ein Stück Geschichte ging dahin.

Ein Konzept gegen das Vergessen musste her. Und so schufen geschichtsbewusste Ärzte und Psychologen, nicht etwa Museumsfachleute, diesen außergewöhnlichen Ort. Er befindet sich seit dem Jahr 2004 auf 200 Quadratmetern im Dachgeschoss des Klinikums. Drei Räume mit fünf inszenierten „Bildern“ sind zu besichtigen.

Ein Museum, das mahnend zurückblickt und zu Respekt und Toleranz aufruft. Nachdenken und mitgestalten soll man an diesem Ort - und niemals vergessen. Anregungen von Besuchern sind sehr willkommen.

Aus: Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt "Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker - Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie."

 

Linkhinweise:

vorlaeufige_liste_saarlaendische_euthanasieopfer.pdf (saarland.de)

SR.de: Charme statt Horror