Leitbild

Die Erinnerung an den Nationalsozialismus und die unter seiner Herrschaft begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit – die Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung von Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihres politischen Bekenntnisses, ihrer körperlichen und geistigen Verfasstheit, ihrer sexuellen Orientierung sowie der von ihnen gewählten Lebensform – geht mit dem Bekenntnis zu einer offenen, den Menschenrechten verpflichteten demokratischen Gesellschaft einher. 

Die Erinnerung an die Zeit von 1933 bis 1945 – das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und an den Widerstand – gehört daher notwendig zum Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland und bildet somit das Fundament unserer politischen Kultur. 

Der industriell verübte Völkermord, der sich mit dem Namen Auschwitz verbindet, ist eine Tatsache und damit Teil der deutschen Geschichte. Die nachfolgenden Generationen stehen in der Verantwortung, den Opfern zu gedenken und ihnen Respekt zu erweisen. Zugleich bindet sie der Auftrag, die Ursachen der im Nationalsozialismus begangenen, einen Zivilisationsbruch auslösenden Verbrechen zu ergründen und deren Ausmaß, ohne dabei auch nur den Anschein von Verherrlichung oder Akzeptanz zu erwecken, zu dokumentieren. 

Die Auseinandersetzung der nachfolgenden Generationen mit der NS-Vergangenheit ist zu fördern und zu stärken. Der Maßstab der wissenschaftlichen und erinnerungspädagogischen Arbeit ist dafür die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. 

Aufgabe der Erinnerungsarbeit zur NS-Zeit im Saarland ist es im Besonderen, Einzelschicksale aus der Region, regionalspezifische Themen sowie regionale bzw. lokale Ereignisse und Strukturen mit ihren überregionalen Zusammenhängen aufzuarbeiten und zu vermitteln.