Wofür und wogegen der Protestantismus im "Kirchenkampf" wirklich gekämpft hat
80 Jahre nach der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau fragen wir uns, warum sich die protestantische Kirche in den 30er und 40er Jahren nicht stärker in der 'Judenfrage' und gegen die systematische Vernichtung der Juden engagiert hat.
Welche Fragen und Themen haben sie damals bewegt, welche Motive geleitet, was hat sie davon abgehalten, "dem Rad selbst in die Speichen zu fallen", so wie es Dietrich Bonhoeffer schon im Juni 1933 im Alter von 27 Jahren gefordert hatte? Gab es einen ernstzunehmenden evangelischen Widerstand und wem oder was genau hat man eigentlich widerstanden? Diese und weitere Fragen werden exemplarisch beleuchtet, um ein dunkles Kapitel der Kirchengeschichte und der deutschen Geschichte heute besser verstehen zu können.
Der Vortrag findet in der Synagoge Saarbrücken statt. Im Anschluss an den Vortrag wird ein Austausch mit Diskussion bei Kaffee und Kuchen angeboten.
Dr. Torben Burkart hat Evangelische Theologie und Klassische Philologie studiert und arbeitet als Gymnasiallehrer am Siebenpfeiffer-Gymnasium Kusel. In seiner Dissertation und weiteren Veröffentlichungen hat er sich mit protestantischen Deutungen des 'Kirchenkampfes' und der 'Judenfrage' beschäfigt. Der Synagogengemeinde Saar fühlt er sich seit seinem Theologie- und Hebräischstudium verbunden und besucht in regelmäßigen Abständen mit interessierten Schülergruppen die Synagoge Saarbrücken.