Fachtagung in Hinzert

15. Nov – 16. Nov
  • Vortrag/Diskussion
  • Nicht lokalisiert
Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße, Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
An der Gedenkstätte
Hinzert-Pölert D-54421

Fachtagung zum Thema „Verbotener Umgang“. Zur Geschichte eines NS-Straftatbestandes in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert

Während des Zweiten Weltkriegs waren aus kriegswirtschaftlichen Gründen etwa zehn Millionen so genannter fremdvölkischer Arbeitskräfte – Kriegsgefangene und Zivilarbeiter/innen – im Reichsgebiet eingesetzt. Dies stellte für den nationalsozialistischen Staat eine rassen- und sicherheitspolitische Herausforderung dar. Der nationalsozialistischen Programmatik lag das Ziel einer „homogenen Volksgemeinschaft“ zugrunde, und die antisemitische Rassenpolitik der Definition, Kennzeichnung, Ausgrenzung und letztlich Ermordung des jüdischen Teils der deutschen Bevölkerung zielte auf ein „judenfreies Reich“.

Mit der Inhaftierung und Deportation einer großen Zahl als „fremdvölkisch“ definierter, mit Kriegsverlauf nahezu rechtlos gestellter Kriegsgefangener und ziviler Zwangsarbeiter/innen stellte sich das Problem der Homogenität jedoch erneut. Deshalb waren dem sozialen Umgang zwischen Deutschen und den ausländischen Arbeitskräften starke Reglementierungen gesetzt worden; insbesondere sexuelle Kontakte wurden bestraft. Gleichzeitig aber war der Einsatz ausländischer Arbeitskräfte Teil der Nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik unter Kriegsbedingungen.

Die Kriminalisierung des sozialen Umgangs von Deutschen und „Fremdvölkischen“, der „verbotene Umgang“, ist also Ausdruck einer rassistischen wie Geschlechterspezifischen Ungleichheitsideologie und damit für die Forschung über Definitionen von Zugehörigkeit, gesellschaftliche und politische Ausschlussmechanismen sowie Integrationsprozesse in einer längeren historischen Perspektive von Bedeutung. In den verschiedenen Vorträgen werden die historischen Entwicklungen nicht erst ab Kriegsbeginn dargestellt, sondern mit ihrer Vor- und Nachgeschichte kontextualisiert.

 

Anmeldung bis zum 8. November 2019

Email: info(at)gedenkstaette-hinzert.de

Information unter 0 65 86-99 24 95 (Dr. Beate Welter)