Tagesfahrt zum ehemaligen KZ Natzweiler-Struthof

Die aej saar führt in Kooperation mit Schulen und Kirchengemeinden im Saarland Gedenkstättenfahrten für Jugendliche ab 16 Jahren in das ehemalige Konzentrationslager Natzweiler-Struthof durch.

Wir wollen Jugendliche anregen, sich mit der dunkelsten Seite der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Die Fahrten sind als Prävention gegen aktuelle rechtsradikale Tendenzen angelegt und setzen sich auch mit diesen auseinander. Die Fahrt bedarf einer umsichtigen Vor- und Nachbereitung.

Die Führung durch das Museum und die Gedenkstätte dauert ca. drei Stunden. Dazu stehen uns erfahrene Referierende zur Verfügung, welche die Gruppe auch auf der Hin- und Rückfahrt begleiten.

Ein Ort des Terrors

Das Konzentrationslager Natzweiler-Struthof im Elsass war ein Ort des Terrors.

In den vier Jahren seines Bestehens von Ende 1940 bis September 1944 wurden dort Menschen unter schrecklichsten Bedingungen gefangen gehalten und viele der Häftlinge auf bestialischste Weise ermordet.

Heute zeigt sich an diesem Ort des Grauens eine Gedenkstätte.

Auf dem terrassenförmig angelegten Nordhang des Champs du feu befinden sich, überragt von einer 30 Meter hohen stilisierten Flamme, über 1000 Ehrengräber, vier Baracken, die umgeben von doppeltem Stacheldrahtzaun, einer Toranlage und acht Wachtürmen von unzähligen Schicksalen erzählen.

Nach dem Beginn des Krieges 1939 erschien der SS- Führung das bestehende System von 6 Konzentrationslagern nicht mehr als ausreichend. Um ihre Macht auch in den nun besetzten Gebieten durchzusetzen und die dort lebenden Menschen ihrer Kontrolle zu unterwerfen, wurde neben anderen das Lager Natzweiler- Struthof eingerichtet – als zentrale Haftstätte für den südwestlichen Teil des Deutschen Reichs.

Ein Ort der Erinnerung

Gewiss handelte es sich beim Konzentrationslager Natzweiler-Struthof um ein eher kleines Lager, das ursprünglich für ca. 1500 Häftlinge geplant wurde, in Spitzenbelegungszeiten aber bis zu 8000 Menschen fasste – mit den Außenkommandos über 24000 Menschen- und alle Attribute eines großen Konzentrationslagers aufweisen konnte.

In den 4 Jahren seiner Existenz haben über 52000 Häftlinge diese Lager durchlaufen, wovon fast 26000 Menschen auf dem Struthof selbst, oder in den Außenkommandos, umgebracht wurden.

Der ehemalige Bunker ( lagerinternes Gefängnis), die medizinische Abteilung mit dem Sezierraum, das Krematorium, die Lagerküche und eine Häftlingsbaracke machen deutlich, unter welch jämmerlichen, erschreckenden und unmenschlichen Verhältnissen die Häftlinge hier schikaniert, misshandelt, gefoltert, entwürdigt und ermordet wurden.

Ein Ort zum Wachrütteln

Nähert man sich heute, 70 Jahre nach der Auflösung des Lagers der Gedenkstätte, so fällt auf, dass vor allem jugendliche Besucher und Schulklassen diese Stätte der Gewalt aufsuchen.

Zum einen wollen sie um die Besonderheiten des Lagers Natzweiler-Struthof wissen:

• die Außenkommandos

• die Arbeit im Steinbruch

• die NN Häftlinge

• die wehrmedizinischen Versuchen

• die Gaskammer…

Zum anderen ist da aber auch die Angst oder die Gewissheit, dass auch heute noch Menschenrechte mit Füßen getreten werden, Neonazis offen ihre Parolen schreien dürfen, Zivilcourage viel Mut erfordert. Auch hier wollen sie Antworten auf Fragen:

• zum Entstehen der Nazidiktatur

• zum System der Konzentrationslager

• zu Widerstandkämpfern

• zum aktivem Handeln für Demokratie und Rechtstaatlichkeit

• zu möglichen Aktivitäten gegen Rechtsradikalismus heute

Bitte beachten Sie, dass die Gedenkstätte vom 23. Dezember bis 1. März geschlossen ist.

Termine: nach Absprache

Abfahrt und Rückkehr nach Vereinbarung!

Kosten: nach Vereinbarung (abhängig von Teilehmendenzahl)

Leitung: Axel Brück, Jean Marie Martin

Leistung: Hin- und Rückfahrt im Reisebus, Führung und Eintritt,

Gegen Aufpreis kann ein Essen organisiert werden.

 

Kontakt über Axel Brück: 01622557096 oder über die aej saar (www.aej-saar.de)

 

Zielgruppen

  • Jugendliche (14 - 17 Jahre)
  • Junge Erwachsene (18-27 Jahre)
  • Erwachsene
  • Lehrer_innen

Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugend (aej saar)

Die aej saar bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen Vertretung in politischen und kirchlichen Gremien, Juleica-Kurse, interkulturelle Bildung, Gedenkstättenpädagogik, Kreativseminare, Medienpädagogik und Orientierung in Glaubensfragen.

 

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend an der Saar (AEJ-Saar) ist beim Ministerium für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport, in Saarbrücken als Träger der freien Jugendhilfe registriert.


Anschrift

    Waldstraße 50
    66113 Saarbrücken


Angebotsformen

  •  Vorträge
  •  Seminare/Workshops
  •  Zeitzeugen


 Erinnerungsarbeit   Jugendarbeit   Religionsgemeinschaft 

redaktionell verantwortlich: Kopmeier (wkopmeier)


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