Fluchtpunkt Saargebiet - Lebenswege verfolgter Menschen 1933-35 und der Bezug zur Gegenwart

Das Saargebiet befand sich in den Jahren 1933-35 in einer besonderen Situation, da es ab dem Inkrafttreten des Versailler Vertrages unter der Regierung des Völkerbundes stand.

Zahlreiche frühe Opfer des Nationalsozialismus nutzten es als Fluchtpunkt, als Zwischenstation zur Emigration, sowie als Ort zur Vernetzung mit Gleichgesinnten. Dieser Aspekt der NS-Geschichte führt bislang eher ein Schattendasein, obwohl er aufgrund des Themenkomplexes Flucht, Verfolgung und Widerstand aus heutiger Sicht hervorragende

Möglichkeiten zur didaktischen Verzahnung mit gesellschaftlichen Entwicklungen der Gegenwart bietet.

 

Das Projekt will mit Jugendlichen Materialien für die pädagogische Arbeit entwickeln, die die Brücke von den historischen Ereignissen und Biografien hin zu aktuellen Facetten

von Flucht, Asyl, Verfolgung und Widerstand schlagen und der Frage nach Möglichkeiten der Stärkung und Bewahrung demokratischer Strukturen nachgehen.

 

Das Projekt wird von 2020-2022 aus dem Programm „Jugend erinnert“ der Beauftragten

der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Landesinstitut für Präventives

Handeln und dem Landkreis St. Wendel gefördert. Kooperationspartner sind das Landesinstitut für Präventives Handeln, die Gedenkstätte KZ Osthofen und der Studienkreis Deutscher Widerstand 1933-1945 e.V.

 

Die Jugendlichen folgen im Archiv des Studienkreises Deutscher Widerstand 1933-

1945 und in der Gedenkstätte KZ Osthofen den Spuren interessanter Biografien,

wie der Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz, des jüdischen Sozialdemokraten Max Tschornicki oder des Journalisten

und Kommunisten Gustav Regler, die aktiv gegen das NS-Regime gekämpft

haben. Neben Recherche-Workshops mit Quellenmaterial und der Aufbereitung biografischer Skizzen mit Hilfe von Tablets, findet ein Besuch in der Gedenkstätte im

KZ Osthofen sowie ein erlebnispädagogisches Wochenende statt.

 

Zielgruppen

  • Jugendliche (14 - 17 Jahre)

Adolf-Bender-Zentrum e.V.

Das Adolf-Bender-Zentrum, das 1985 in St. Wendel gegründet wurde, ist ein anerkannter freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe, der in der politischen Bildungsarbeit aktiv ist. Zu den Tätigkeitsschwerpunkten des Zentrums gehören neben Demokratie- und Menschenrechtsbildung, die Erinnerungsarbeit sowie die Beratung und nachhaltige Förderung zivilgesellschaftlicher Strukturen - gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Namensgeber des Zentrums ist der St. Wendeler Maler Adolf Bender (1903–1997). Bender war Demokrat, Antifaschist und Pazifist, was ihm in der Nazi-Zeit Verfolgung und zeitweise Internierungen in den Konzentrationslagern Börgermoor und Esterwegen einbrachte. Nach dem Krieg erzählte er lange Zeit als Zeitzeuge Schulklassen und Jugendgruppen von seinen Erfahrungen. In seiner Bilderserie "Moorsoldatenzyklus", die als Dauerausstellung im Haus zu sehen ist, verarbeitete er seine Erlebnisse.


Anschrift

    Gymnasialstraße 5
    66606 St. Wendel


Angebotsformen

  •  Vorträge
  •  Weitere Formate
  •  Seminare/Workshops
  •  Ausstellungen
  •  Führungen
  •  Zeitzeugen
  •  Drucksachen (Broschüren, Bücher, Zeitschriften etc.)
  •  Digitale Medien (Filme, Audios, Apps etc.)


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redaktionell verantwortlich: Didas (jdidas)


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